Einladung zur Testfahrt der Mornewegschule – „Drei Haltestellen weiter…“ – am Donnerstag den 27.09.2012 Ankunft um etwa 10:00 Uhr (Hauptstelle Stadtbibliothek)

Liebe Interessierte Mitbürger,

wir möchten Euch
die Bekanntmachung unserer Aktion „Drei Haltestellen weiter“ nicht vorenthalten.
Anbei unser Brief, der an einige lokale Politiker, Parteien und Interessierte ging.


Sehr geehrte Damen und Herren,

wie wir der Presse entnehmen mussten, planen Sie im nächsten Jahr die Stadtteilbibliotheken in Arheilgen und Bessungen zu schließen.

Die Mornewegschule ist eine Integrierte Gesamtschule mit Grundstufe und Ganztagsangebot. Die Schließung in Bessungen trifft uns als Schulgemeinde besonders, da es eine sehr gut funktionierende Kooperation zwischen der Stadtteilbibliothek und unserer Schule gibt.
Viele Eltern und Kinder, aber auch Lehrkräfte und Schulleitung sehen die Schließungspläne daher sehr kritisch.
Die Kooperation umfasst natürlich viel mehr, als das bloße Ausleihen von Büchern, die Nutzung einer Bibliothek ist daher auch nicht mit der Nutzung eines Busses vergleichbar. Die großzügige Kinderecke mit dem großen und vielfältigen Angebot an Bilderbüchern, die umfangreich ausgestatteten Sachgebiete, das Antolin-Regal, die Bücherecken für die verschiedenen Altersstufen, die weiteren Medienangebote und die Spiele sind für unsere Kinder überschaubar und sehr attraktiv. Der Bus ist ein tolles Angebot – aber kein Ersatz für eine seit vielen Jahren im Stadtteil angesiedelte Bibliothek.

Unsere Klassen nutzen unsere Stadtteilbibliothek regelmäßig am Dienstagvormittag. Im Rahmen der schulischen Leseförderung ist es eine zentrale, in Lesekonzept und Schulprogramm verankerte Aufgabe, allen unseren Schüler/innen (und mittelbar auch ihren Familien) die Teilhabe an den Angeboten der Stadtteilbibliothek zu ermöglichen und zu erleichtern. Es geht um den Aufbau einer langfristigen dauerhaften Beziehung vom Kind zum Buch, die über Schule und Schulvormittag hinausgeht. Es bedarf des regelmäßigen Besuchs, der dauerhaften Erfahrung, die gerade Kindern aus bildungsfernen Familien über die Schule vermittelt werden muss. Ohne die Bessunger Stadtteilbibliothek müssten wir zur Umsetzung des Konzeptes regelmäßig die Hauptstelle besuchen, um auszugleichen, was wir durch die Schließung verlieren.

In der Presse konnten wir lesen „dass es (laut Herrn OB Partsch) kein Problem sein kann, drei Stationen mit der Straßenbahn zu fahren“. Daher haben wir uns entschlossen, eine Testfahrt zu machen, um für Sie die Fakten zusammenzutragen und transparent zu machen, was es bedeutet, mit Schulklassen während der Unterrichtszeit drei Stationen hin- sowie zurück zu fahren.
Ausleihen wollen wir an diesem Tag vorerst nichts – erstens, um nicht zu viel Unruhe in die Bücherei zu bringen, und zweitens, weil wir dann auch die Rückgabe wieder organisieren müssten.

Wir werden für Sie genau dokumentieren, wie viel Planung, Zeit, Geld und zusätzliches Betreuungspersonal für einen Besuch der Hauptstelle aufgewendet werden mussten.

Nur dann haben Sie die Möglichkeit zu entscheiden, welche Ziele Sie in diesem Fall verfolgen wollen, welchen Stimmen Sie Gewicht geben und ob Sie am Ende unsere Bibliothek wirklich schließen wollen oder sie doch erhalten werden.

Ich möchte Sie einladen mit uns ins Gespräch zu kommen – unsere Testfahrt ist geplant für

Donnerstag, den 27.09.2012
Ankunft etwa 10 Uhr vor der Hauptstelle der Stadtbibliothek.

Viele Kinder haben Bilder gemalt und Briefe geschrieben, die sie gerne an interessierte Politiker übergeben würden. Es wäre schön, wenn Sie ihnen die Gelegenheit dazu geben.

Mit freundlichen Grüßen,

Catharina Frank
Vorsitzende des Schulelternbeirats der Mornewegschule

Knut Gutmann
Schulleiter Mornewegschule

Dr. Silke Albermann
für die Bürgerinitiative „Büchereien bleiben“

Sven Hinderlich
für die Bürgerinitiative „Büchereien bleiben“

Pressemitteilung der SPD – Das Aus für Stadtteilbibliotheken in Arheilgen und Bessungen

Mit ihrer Pressemeldung vom 06.September zeigt die SPD Darmstadt, dass sie aus den Erfahrungen in 2010 gerlernt hat, als es die damalige SPD war, welche eine Schließung der Stadtteilbibliotheken im Sinn hatte.

Die SPD habe erkannt, so die kulturpolitische Sprecherin der SPD, Dagmar Metzger und der SPD-Fraktionsvorsitzende Hanno Benz, dass jeder Standort wichtig ist und habe deshalb auch von den Plänen Abstand genommen, Stadtteilbibliotheken zu schließen: „Wir haben dazu gelernt und halten den Zugang zu öffentlichen Büchereien vor Ort für ein wichtiges Lernziel und eine soziale Errungenschaft- gerade auch für ältere Menschen.“

Das Konzept ist kein Konzept, sondern ein Vollzugsauftrag, so die SPD:

Was an dem Konzept „viel Herzblut“ gekostet habe, kann die Stadtverordnete Dagmar Metzger (SPD) nicht nachvollziehen. Das Konzept ist ein Vollzugsauftrag für die Leiterin der Stadtbibliothek und nicht mehr. Zukunft sieht anders aus. Durch die Schließungen der Stadtteilbibliotheken werden im Jahr lediglich rund 60.000,00 EUR eingespart. Dafür werden über Jahrzehnte vorhandene Strukturen in den Stadtteilen auf Dauer zerstört. Die öffentlichen Bibliotheken sind kein Luxus, auf den man verzichten kann, sondern ein Pfund für die Zukunft.

Der Widerspruch im Konzept welcher unter dem Aspekt „Was macht die Stadtbibliothek Darmstadt für Bürgerinnen und Bürger attraktiv“ ersichtlich wird, mit „Sie ist eine Bibliothek für alle: Öffentliche Bibliotheken erreichen mit Ihren Angeboten alle gesellschaftlichen Gruppierungen von null bis hundert Jahren. (…) Sie ist öffentlicher Ort / Treffpunkt / Lernort (…).“ wird von Frau Metzger bezüglich des Bücherbusses auf den Punkt gebracht:

Ein Bücherbus ist keine Alternative für eine Bücherei, so Dagmar Metzger (SPD). Eine Bücherei ist ein Ort der Begegnung.

Wir können der SPD in vielen Punkten zustimmen und freuen uns über die Unterstützung, aber auch die SPD setzt ihrer vollen Zusage zum Erhalt der Stadtteilbibliotheken eine kleine „Bedingung“ voraus:

Für Dagmar Metzger ist die Schließung der Stadtteilbibliotheken in einer Stadt mit einer großen Literaturgeschichte ein Armutszeugnis und die SPD wird sich weiterhin für den Erhalt aller Standorte und weiterer Öffnungszeiten, sobald es die Haushaltslage zulässt, einsetzen.

Quellen:
[1] Pressemitteilung der SPD zum Neukonzeption Stadtbibliothek
[2] Pressemitteilung vom 06.09.2012 auf der Webseite der SPD Darmstadt

Pressemitteilung der Stadt zum Thema Neukonzeption Stadtbibliothek

Am Dienstag den 06.September erreichte uns überraschend die Pressemitteilung der Stadt zum Thema Neukonzeption Stadtbibliothek.

Die Pressemitteilung ist hier als PDF Version nachzulesen.

„Das Ziel des Konzepts ist es darzulegen, wie die finanziellen und personellen Ressourcen der Stadtbibliothek künftig konzentrierter eingesetzt werden sollen, ohne die Qualität der Angebote einzubüßen und dennoch auf zukünftige technische und gesellschaftliche Entwicklungen reagieren zu können“, so Bürgermeister Rafael Reißer bei der Vorstellung der Neukonzeption der Stadtbibliothek unter dem Titel „Stadtbibliothek 2020 – Weichenstellung für die Zukunft“.

Quelle: Pressemitteilung der Stadt zum Thema Neukonzeption Stadtbibliothek

Man kann nicht sagen, dass das Ziel des Konzeptes erreicht wurde, denn es enthält weder Aussagen zu den zuküntigen Invstitionskosten für einen neuen Bücherbus, noch für dessen Instandhaltung. Auch keine Aussagen zu ggf. zu berücksichtigenden Zuschüssen für das Justus-Liebig Parkhaus und schon gar keine Aussagen zu den Schätzwerten der zu veräußernden Liegenschaften in Bessungen und Arheilgen.
Wie kann ein Konzept erstellt und vorgestellt werden, das keine Alternativen zu einer Schließung beinhlatet, das selbst aber keinerlei Darstellung über die Kosten enthält?
Aussagen dazu, wie man die Stadtbibliothek positionieren möchte, um ein Mehr an Lesern zu generieren lässt das Konzept völlig offen. Was die Zukunft der Stadtbibliothek 2020 bedeutet, kann man sich vorstellen, wenn die Finanzierung eines neuen Bücherbusses nicht möglich ist…

Eine detaillierte Betrachtung des Konzepts, das wir dem interessierten Bürger hiermit gerne zur Verfügung stellen, ist derzeit durch die Bürgerinitiative in Arbeit. (Stadtbibliothek 2020 – Weichenstellung für die Zukunft).