Brief an die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung

Am Dienstag, dem 19.02.2103 soll in der Stadtverordnetenversammlung (ab 17 Uhr, Justus-Liebig-Haus) der finale Beschluss für die Schliessung der beiden Stadtteilbibliotheken in Arheilgen und Bessungen zum 1.03.2013 eingeholt werden.

Aus diesem Grund haben wir erneut alle Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung angeschrieben mit der Bitte, diese Entscheidung nochmals zu überdenken und zu verschieben.

Anbei der Brief im Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren der Stadtverordnetenversammlung,

im Vorfeld der nächsten Stadtverordnetenversammlung am 19.02.2013 möchten wir,  die Bürgerinitiative „Büchereien bleiben“, uns ein weiteres Mal an Sie als Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger wenden: Es geht um die Beschlussvorlage des Magistrats „Schliessung der Stadtteilbibliotheken von Arheilgen und Bessungen zum 01.03.2013“.

Wir möchten Sie mit diesem Schreiben darum bitten, den Beschluss vorerst zu verschieben.

Das von Herrn Bürgermeister Reißer vorgelegte Konzept ist unseres Erachtens noch nicht  ausgereift und lässt, wie wir bereits erwähnt haben, eine Menge Fragen offen.

Um die bei den engangierten Bürgern vorhandenen Ideen für alternative Standorte sowie Zusammenarbeiten und Kooperationen zu einem tragfähigen Konzept zu verdichten, benötigen wir mehr Zeit und die Unterstützung bzw. die Mithilfe der Verantwortlichen der Stadt Darmstadt! Aus diesem Grund fordern wir einen neuen Runden Tisch, um die vorhandenen Ideen und Vorschläge ergebnisoffen zu diskutieren und auf ihre Tauglichkeit zu prüfen.

Zweifel haben wir auch an der angekündigten baldigen Realisierung der Anschaffung eines neuen Bücherbusses. Der als Referenz angeführte Heidelberger Bücherbus hat nach unseren Recherchen im Jahr 2002 315.000 Euro gekostet, das entspricht bei Berücksichtigung der Inflationsrate der letzten 10 Jahre heute etwa 380.000 Euro. Und der Heidelberger Bus ist nicht – wie für Darmstadt versprochen – barrierefrei. Zudem wird der Heidelberger Bus mit 3,5 Planstellen betrieben, eine Personalausstattung, die die Darmstädter Neukonzeption nicht vorsieht. Wir befürchten daher, dass die im Haushalt eingestellten Mittel nicht reichen werden und sich die Anschaffung zumindest deutlich verzögern wirdEine Schließung der Standorte schafft Tatsachen, die aller Voraussicht nach nicht mehr rückgängig gemacht werden.

In unseren letzten Schreiben haben wir Ihnen zahlreiche Gründe für den Erhalt der beiden Stadtteilbibliotheken genannt und zugesandt, ebenso wurden zahlreiche Unterschriftenlisten überreicht, welche das starke Interesse der Bürger am Erhalt der Stadtteilbibliotheken zeigen. Die Diskussionen der letzten Wochen um die Schließung der Stadtteilbibliotheken haben einige positive Entwicklungen ausgelöst – nicht nur bei uns in der Bürgerinitiative, sondern auch im Verein „Freunde der Stadtbibliothek Darmstadt e.V.“ und im Arheilger Stadtteilverein: es haben sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger gefunden, die sich einbringen wollen und ehrenamtliches Engagement anbieten. Dieses Potenzial gilt es jetzt zu nutzen!

Bitte gewähren Sie uns einen Zeitaufschub, um zusammen mit den Verantwortlichen ein wirklich tragfähiges Konzept zu erarbeiten. Geschlossen werden kann dann immer noch…

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

für die Bürgerinitiative „Büchereien bleiben“:
Wolfgang Hertling, Sven Hinderlich, Elvi Niehaus-Blume, Catharina Frank, Anna Kaufmann, Anke Wiertelorz