Brief an die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung

Am Dienstag, dem 19.02.2103 soll in der Stadtverordnetenversammlung (ab 17 Uhr, Justus-Liebig-Haus) der finale Beschluss für die Schliessung der beiden Stadtteilbibliotheken in Arheilgen und Bessungen zum 1.03.2013 eingeholt werden.

Aus diesem Grund haben wir erneut alle Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung angeschrieben mit der Bitte, diese Entscheidung nochmals zu überdenken und zu verschieben.

Anbei der Brief im Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren der Stadtverordnetenversammlung,

im Vorfeld der nächsten Stadtverordnetenversammlung am 19.02.2013 möchten wir,  die Bürgerinitiative „Büchereien bleiben“, uns ein weiteres Mal an Sie als Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger wenden: Es geht um die Beschlussvorlage des Magistrats „Schliessung der Stadtteilbibliotheken von Arheilgen und Bessungen zum 01.03.2013“.

Wir möchten Sie mit diesem Schreiben darum bitten, den Beschluss vorerst zu verschieben.

Das von Herrn Bürgermeister Reißer vorgelegte Konzept ist unseres Erachtens noch nicht  ausgereift und lässt, wie wir bereits erwähnt haben, eine Menge Fragen offen.

Um die bei den engangierten Bürgern vorhandenen Ideen für alternative Standorte sowie Zusammenarbeiten und Kooperationen zu einem tragfähigen Konzept zu verdichten, benötigen wir mehr Zeit und die Unterstützung bzw. die Mithilfe der Verantwortlichen der Stadt Darmstadt! Aus diesem Grund fordern wir einen neuen Runden Tisch, um die vorhandenen Ideen und Vorschläge ergebnisoffen zu diskutieren und auf ihre Tauglichkeit zu prüfen.

Zweifel haben wir auch an der angekündigten baldigen Realisierung der Anschaffung eines neuen Bücherbusses. Der als Referenz angeführte Heidelberger Bücherbus hat nach unseren Recherchen im Jahr 2002 315.000 Euro gekostet, das entspricht bei Berücksichtigung der Inflationsrate der letzten 10 Jahre heute etwa 380.000 Euro. Und der Heidelberger Bus ist nicht – wie für Darmstadt versprochen – barrierefrei. Zudem wird der Heidelberger Bus mit 3,5 Planstellen betrieben, eine Personalausstattung, die die Darmstädter Neukonzeption nicht vorsieht. Wir befürchten daher, dass die im Haushalt eingestellten Mittel nicht reichen werden und sich die Anschaffung zumindest deutlich verzögern wirdEine Schließung der Standorte schafft Tatsachen, die aller Voraussicht nach nicht mehr rückgängig gemacht werden.

In unseren letzten Schreiben haben wir Ihnen zahlreiche Gründe für den Erhalt der beiden Stadtteilbibliotheken genannt und zugesandt, ebenso wurden zahlreiche Unterschriftenlisten überreicht, welche das starke Interesse der Bürger am Erhalt der Stadtteilbibliotheken zeigen. Die Diskussionen der letzten Wochen um die Schließung der Stadtteilbibliotheken haben einige positive Entwicklungen ausgelöst – nicht nur bei uns in der Bürgerinitiative, sondern auch im Verein „Freunde der Stadtbibliothek Darmstadt e.V.“ und im Arheilger Stadtteilverein: es haben sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger gefunden, die sich einbringen wollen und ehrenamtliches Engagement anbieten. Dieses Potenzial gilt es jetzt zu nutzen!

Bitte gewähren Sie uns einen Zeitaufschub, um zusammen mit den Verantwortlichen ein wirklich tragfähiges Konzept zu erarbeiten. Geschlossen werden kann dann immer noch…

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

für die Bürgerinitiative „Büchereien bleiben“:
Wolfgang Hertling, Sven Hinderlich, Elvi Niehaus-Blume, Catharina Frank, Anna Kaufmann, Anke Wiertelorz

Brief an den Darmstädter Magistrat zur Schließung der Stadtteilbibliotheken zum 01.03.2013 und einer „Recherche zum Thema Bücherbus“

Sehr geehrte Mitglieder des Darmstädter Magistrats,
sehr geehrte Fraktionsvorsitzende der Stadtverordnetenversammlung,

wir, die Bürgerinitiative „Büchereien bleiben“ wenden uns heute noch einmal an Sie, weil nach unseren Informationen in den nächsten Tagen weitreichende Entscheidungen bezüglich der Stadtteilbibliotheken in
Arheilgen und Bessungen getroffen werden sollen.
An dem im Sommer vorgestellten Konzeptentwurf „Stadtbibliothek 2020“ wurden unseres Wissens bisher keine inhaltlichen Korrekturen oder Ergänzungen vorgenommen, bei denen unsere Kritikpunkte (Umsetzbarkeit, Finanzierung, Sicherstellung der Öffnungszeiten, etc.) in Betracht gezogen wurden. Zur weiteren Verdeutlichung der
Unausgereiftheit des Konzeptes für die Zukunft unserer Stadtbibliothek und deren Zweigstellen haben wir uns in diesem
Zusammenhang noch einmal intensiv mit der geplanten Anschaffung eines neuen Bücherbusses und den dafür im Haushaltsentwurf vorgesehenen Geldern beschäftigt und dazu Erfahrungen aus anderen Städten (Freiburg, Münster, Stuttgart) recherchiert. Die Ergebnisse dieser Recherchen und unsere daraus folgenden Thesen wollen wir
Ihnen kurz vorstellen:

These 1): die von Ihnen im Haushalt eingestellten 300000 Euro reichen nicht für die Anschaffung eines zufriedenstellenden Büchereibusses.

Die Erfahrungen in anderen Städten zeigen, dass Größenordnungen von über 450000 Euro für die Anschaffung eines Busses realistisch sind.
In Münster (Westfalen) wurden 400000 Euro im Haushalt bereitgestellt, der Kauf scheiterte, weil sich diese Summe als zu niedrig erwies.

These 2): die Inbetriebnahme eines neuen Busses vor 2014 ist auch bei einer schnellen Entscheidung unrealistisch.

Bibliotheksbusse gibt es nicht von der Stange. Bis ein Bus bestellt werden kann, sind einige Dinge abzuwarten (Genehmigung des Haushaltes durch den RP, (europaweite?) Ausschreibung des Auftrags
mit detaillierter Leistungsbeschreibung etc.).
Ist der Bus bestellt, ist mit relativ langen Lieferzeiten zu rechnen, da es sich um Spezialanfertigungen handelt. Die Erfahrungen aus Stuttgart und Freiburg zeigen, dass das dauern kann.

These 3): eine vernünftige Bibliotheksversorgung mit dem vorhandenen Bus in Darmstadt ist nicht zu gewährleisten.

Schon in diesem Jahr ist es beim 39 Jahre alten Darmstädter Bibliotheksbus wiederholt zu Ausfallzeiten gekommen, weil der Bus repariert werden musste. Den Bus noch intensiver als bisher zu nutzen, um die Öffnungszeiten in Arheilgen und Bessungen zu gewährleisten, scheint uns völlig unrealistisch, da die Kapazitäten dazu nicht reichen und das das Ausfallrisiko noch stärker erhöhen würde.
Hinzu kommt, dass der alte Bus weder barrierefrei noch umweltzonengeeignet ist.

 

Unsere Schlussfolgerung: eine sofortige bzw. kurzfristige Schließung der Stadtteilbibliotheken, wie Sie sie planen, gefährdet die Bibliotheksversorgung in den Stadtteilen für nicht abschätzbare Zeiträume und ist bildungspolitisch nicht zu verantworten.

Unsere Forderung: Aufschub der geplanten Schließungen, um Zeit für die Prüfung glaubhafter und vernünftiger Konzepte zu haben.

 
Zur Illustration haben wir Ihnen als Quelle die Presseberichte aus Münster, Freiburg und Stuttgart angehängt.
 
Und da wir hinterher nicht in der Zeitung lesen wollen „Politiker zeigen sich überrascht“, möchten wir unsere Befürchtungen „zu Protokoll geben“ und schicken dieses E-Mail auch an die Lokalredaktion des Darmstädter Echos.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Im Namen der Bürgerinitiative „Büchereien bleiben“:
Dr. Silke Albermann, Sven Hinderlich, Catharina Frank, Elvi Niehaus-Blume, Patricia Grove-Smith,
Anna Kaufmann, Anke Wiertelorz, Brigitte Wechsler-Albrecht, Anastasia Chalepoudi, Wolfgang Hertling

Einladung zur Testfahrt der Mornewegschule – „Drei Haltestellen weiter…“ – am Donnerstag den 27.09.2012 Ankunft um etwa 10:00 Uhr (Hauptstelle Stadtbibliothek)

Liebe Interessierte Mitbürger,

wir möchten Euch
die Bekanntmachung unserer Aktion „Drei Haltestellen weiter“ nicht vorenthalten.
Anbei unser Brief, der an einige lokale Politiker, Parteien und Interessierte ging.


Sehr geehrte Damen und Herren,

wie wir der Presse entnehmen mussten, planen Sie im nächsten Jahr die Stadtteilbibliotheken in Arheilgen und Bessungen zu schließen.

Die Mornewegschule ist eine Integrierte Gesamtschule mit Grundstufe und Ganztagsangebot. Die Schließung in Bessungen trifft uns als Schulgemeinde besonders, da es eine sehr gut funktionierende Kooperation zwischen der Stadtteilbibliothek und unserer Schule gibt.
Viele Eltern und Kinder, aber auch Lehrkräfte und Schulleitung sehen die Schließungspläne daher sehr kritisch.
Die Kooperation umfasst natürlich viel mehr, als das bloße Ausleihen von Büchern, die Nutzung einer Bibliothek ist daher auch nicht mit der Nutzung eines Busses vergleichbar. Die großzügige Kinderecke mit dem großen und vielfältigen Angebot an Bilderbüchern, die umfangreich ausgestatteten Sachgebiete, das Antolin-Regal, die Bücherecken für die verschiedenen Altersstufen, die weiteren Medienangebote und die Spiele sind für unsere Kinder überschaubar und sehr attraktiv. Der Bus ist ein tolles Angebot – aber kein Ersatz für eine seit vielen Jahren im Stadtteil angesiedelte Bibliothek.

Unsere Klassen nutzen unsere Stadtteilbibliothek regelmäßig am Dienstagvormittag. Im Rahmen der schulischen Leseförderung ist es eine zentrale, in Lesekonzept und Schulprogramm verankerte Aufgabe, allen unseren Schüler/innen (und mittelbar auch ihren Familien) die Teilhabe an den Angeboten der Stadtteilbibliothek zu ermöglichen und zu erleichtern. Es geht um den Aufbau einer langfristigen dauerhaften Beziehung vom Kind zum Buch, die über Schule und Schulvormittag hinausgeht. Es bedarf des regelmäßigen Besuchs, der dauerhaften Erfahrung, die gerade Kindern aus bildungsfernen Familien über die Schule vermittelt werden muss. Ohne die Bessunger Stadtteilbibliothek müssten wir zur Umsetzung des Konzeptes regelmäßig die Hauptstelle besuchen, um auszugleichen, was wir durch die Schließung verlieren.

In der Presse konnten wir lesen „dass es (laut Herrn OB Partsch) kein Problem sein kann, drei Stationen mit der Straßenbahn zu fahren“. Daher haben wir uns entschlossen, eine Testfahrt zu machen, um für Sie die Fakten zusammenzutragen und transparent zu machen, was es bedeutet, mit Schulklassen während der Unterrichtszeit drei Stationen hin- sowie zurück zu fahren.
Ausleihen wollen wir an diesem Tag vorerst nichts – erstens, um nicht zu viel Unruhe in die Bücherei zu bringen, und zweitens, weil wir dann auch die Rückgabe wieder organisieren müssten.

Wir werden für Sie genau dokumentieren, wie viel Planung, Zeit, Geld und zusätzliches Betreuungspersonal für einen Besuch der Hauptstelle aufgewendet werden mussten.

Nur dann haben Sie die Möglichkeit zu entscheiden, welche Ziele Sie in diesem Fall verfolgen wollen, welchen Stimmen Sie Gewicht geben und ob Sie am Ende unsere Bibliothek wirklich schließen wollen oder sie doch erhalten werden.

Ich möchte Sie einladen mit uns ins Gespräch zu kommen – unsere Testfahrt ist geplant für

Donnerstag, den 27.09.2012
Ankunft etwa 10 Uhr vor der Hauptstelle der Stadtbibliothek.

Viele Kinder haben Bilder gemalt und Briefe geschrieben, die sie gerne an interessierte Politiker übergeben würden. Es wäre schön, wenn Sie ihnen die Gelegenheit dazu geben.

Mit freundlichen Grüßen,

Catharina Frank
Vorsitzende des Schulelternbeirats der Mornewegschule

Knut Gutmann
Schulleiter Mornewegschule

Dr. Silke Albermann
für die Bürgerinitiative „Büchereien bleiben“

Sven Hinderlich
für die Bürgerinitiative „Büchereien bleiben“

Offener Brief an die Leitung der Stadtbibliothek und deren Zweigstellen, an die Stadtverordneten der Stadt Darmstadt, sowie an die Zeitungen Darmstädter Echo, Arheilger Post und Bessunger Neue Nachrichten

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 31.05. 2012 konnte man der Tageszeitung Darmstädter Echo folgende Information entnehmen:

Die Stadtteilbibliothek Bessungen soll geschlossen und in der Hauptstelle in der Innenstadt aufgehen; die Stadtteilbibliothek Arheilgen wandert nach Kranichstein. Längere Öffnungszeiten an den verbleibenden Standorten und die Reaktivierung des Bücherbusses sollen die Einschränkungen mildern”

Es ist fast genau zwei Jahre her, dass solche Pläne von der damaligen Stadtverordneten-versammlung vorgestellt wurden. Nur durch die Gründung und den steten Einsatz der Bürgerinitiative Büchereien-bleiben konnte die Umsetzung der Pläne zur Schließung von Stadtteilbüchereien in Darmstadt gestoppt werden.

Seit dem 1.1.2011 müssen die Darmstädter Bürger/Innen nun mit drastisch verkürzten Öffnungszeiten der Stadtteilbüchereien leben, und dass obwohl in der 44. Stadtverordnetensitzung am 28.02.2011 ein Dringlichkeitsantrag auf Rücknahme der Reduzierung der Öffnungszeiten angenommen wurde. Seit über einem Jahr nun warten wir auf die Umsetzung dieses genehmigten Antrages.

Sie werden unsere Empörung und unser Entsetzen über diese erneute Planung zur Schließung zweier Stadtteilbüchereien sicher verstehen. Die Nutzer der Stadtbüchereien können diese Sparmaßnahme nicht akzeptieren und lassen sich auch sicherlich nicht mit dem Versprechen zur Erweiterung von Öffnungszeiten der Stadtteilbüchereien ködern, um die Schließung der Stadtteilbüchereien Arheilgen und Bessungen hin zu nehmen.

Die Bürgerinitiative Büchereien-bleiben fordert daher:

Hände weg von unseren Stadtteilbüchereien –> Die Darmstädter Stadtteilbibliotheken müssen bleiben!

Die bereits genannten Argumente aus dem Jahr 2010 haben nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Daher hier ein paar Auszüge aus unseren damaligen Briefen:

Das A und O für eine sich weiterbildende Gesellschaft ist die Förderung einer ausgeprägten Lesekultur. Immer mehr Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, verbringen immer mehr Zeit vor Computer und Fernseher. Deshalb ist es so wichtig, dass Stadtbibliotheken einen Gegenpol bilden und zeigen wie man sich stattdessen beschäftigen kann. Stadtbibliotheken sind Orte der Begegnung, wecken die Lesefreude durch Ihre Angebote und sind sehr gut besucht. Sie ergänzen die Arbeit von Schulen und Kindergärten und bieten dadurch Chancen auch für Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern.

Es wäre schon ein trauriges Zeichen, sollte das Stadtparlament tatsächlich die Schließung dieser Stadtteilbibliotheken befürworten. Dann wäre einer der einfachsten Wege zu Bildung und Weiterbildung nicht mehr für alle Bürger vorhanden. Eine Stadt, die sich stolz „Wissenschaftsstadt“ nennt, muss diesen Anspruch gegenüber allen ihren Bürgern einlösen.

Wer sich als Stadt kinderfreundlich, zukunftsorientiert und bildungspolitisch engagiert zeigen möchte, darf an solchen Einrichtungen keine Kürzungen vornehmen.

Von der erneuten Entscheidung zur Schließung der Stadtteilbibliotheken Arheilgen und Bessungen sind die Bürger überrascht worden. Der von der 1. Vorsitzenden des Vereins Freunde der Stadtbibliothek Darmstadt e.V. angeregte „Runde Tisch“ hat nicht stattgefunden und es wurde noch nicht einmal eine Antwort seitens der Stadtverordneten auf dieses Angebot verschickt. Nun sollen wir alle vor vollendete Tatsachen gestellt werden; das zeugt nicht von der so oft versprochenen Bürgernähe.

Wir erwarten Ihre Stellungnahme und bitten Sie, diese Sparmaßnahme im Rahmen der Hauhaltskonsolidierung nicht durch zu setzen.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Silke Albermann

(Sprecherin der BI Büchereien-bleiben)

eMail der Freunde der Stadtbibliothek Darmstadt e.V.

Liebe Mitstreiter von Büchereien-Bleiben, aufgrund der aktuellen Haushaltsdebatte möchten wir auf die Anfrage des Vereins „Freunde der Stadtbibliothek Darmstadt e.V.“ hinweisen:

Sehr geehrter Herr Reißer,

(…) ich bin aktuell die 1. Vorsitzende des Vereins „Freunde der Stadtbibliothek Darmstadt e.V.“

Aus der Tagespresse habe ich erfahren, dass im Zuge der notwendigen Sparmassnahmen eine Umstrukturierung der Stadtbibliothek angedacht bzw. geplant ist. In den letzten Jahren gab es ja erfolgreiche Proteste gegen geplante Schliessungsvorhaben von Stadtteilbibliotheken, initiiert von eine Bürgerinitiative und unterstützt durch den Verein, der sich auch als Lobby für die Stadtbibliothek und ihre Zweigstellen versteht.

Daher möchte ich Sie bitten, uns (den Verein, die Initiative) frühzeitig bei der geplanten Umstrukturierung einzubeziehen. So kann bei einem „Runden Tisch“ vielleicht eine für alle Seiten verträgliche Lösung gefunden werden.

Der letzte „Runde Tisch“ wegen den verkürzten Öffnungszeiten der Stadtteilbibliotheken ist durch die dann stattgefundene Kommunalwahl leider in Vergessenheit geraten.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
(…)

Freunde der Stadtbibliothek Darmstadt e.V.
c/o Justus-Liebig-Haus, Stadtbibliothek
Große Bachgasse 2, 64283 Darmstadt

Antworten auf unseren „Offenen Brief“ vom 24.11.2011

Im Rahmen unserer Initiative bzgl. der Kürzung der Öffnungszeiten haben wir auch Darmstadts Politikern per eMail unseren „Offenen Brief vom 24.11.2011 zukommen lassen.
Wir haben daraufhin verschiedene Antworten erhalten von Unterstützung bis hin zu den allgemeinen Aussagen „…es muss gespart werden!“.
Wir haben uns entschieden nicht die gesamte eMail-Kommunikation hier transparent zu machen (wir sind nicht Wikileaks) sondern möchten zu ein paar der immer wieder genannten Argumente Stellung nehmen:

– Enge Personaldecke der Stadtbibliothek Darmstadt
– Keine Personalaufstockung aufgrund der Haushaltssituation
– Kürzung der Öffnungszeiten nicht so drastisch, da jetzt die Stadtbibliothek in den Ferien nicht mehr 6 Wochen geschlossen hat.

Die offiziellen Gründe für die drastische Verkürzung der Öffnungszeiten waren uns bereits bekannt.
Natürlich wollen wir nicht, dass die Mitarbeiter der Bibliotheken über die Belastungsgrenze hinweg eingesetzt werden müssen. Aber ein Einstellungsstopp führt nicht zur Entlastung des Personals. Wenn eine Personalaufstockung nicht möglich ist, müssen Alternativen betrachtet werden.

Wir wollen Sie darauf hinweisen, dass die Büchereien vielen Menschen am Herzen liegen. Die angespannte finanzielle Situation der Wissenschaftsstadt Darmstadt darf nicht dazu führen, dass an Bildung und Leseförderung gespart wird. Die schlechten Bildungschancen mancher Kinder, der schlechten Zugang zu hochwertiger, werbefreier Information wird von allen Parteien lautstark moniert.

Vor diesem Hintergrund müsste man doch die Büchereien attraktiver machen, die Öffnungszeiten erweitern, Medien aktuell halten und öffentlich Prioritäten setzen.

Wir haben Verständnis dafür, dass es im Moment nicht leicht ist solche finanzielle Entscheidungen zu treffen.

Was jedoch auffällt ist, dass in den Antwortschreiben auf unseren Vorschlag, in Dialog zu treten, nicht eingegangen wird – wer sucht mit uns Bürgern das Gespräch?
Ehrenamt, Kooperationen mit Schulen und Universität, Praktikumsplätze, etc. Alternativen über die man diskutieren sollte.

Sie liebe Volksvertreter, die von uns weiterhin gewählt werden wollen, werden sicherlich verstehen, dass bei einer derart drastischen Kürzung der Öffnungszeiten das Wort „Optimierung“ schon sehr ironisch anmutet. Auch die sehr gute Idee, die Büchereien in den Ferien zu öffnen, kann das nicht aufwiegen. Denn wenn die Bücherei nur noch an einem Vor- und einem Nachmittag geöffnet bleibt (ich kann Ihnen nur empfehlen, an diesem Nachmittag einmal hinzugehen und sich in einer langen Schlange anzustellen) werden viele Menschen dieses Angebot nicht mehr nutzen können. Irgendwann werden dann die Öffnungszeiten weiter „optimiert“ werden und jemand wird den Bürgern vorrechnen, dass es sich wegen sieben Stunden in der Woche doch nicht lohnt, die Unkosten für eine Bücherei zu bezahlen. Dann werden Sie die Stadtteilbibliotheken schließen – und wir sind wieder genau da, wo wir am Anfang dieser Bürgerinitiative waren.

Vor diesem Hintergrund werden wir uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Büchereiöffnungszeiten wieder erweitert werden

Offener Brief an die Leitung der Stadtbibliothek und deren Zweigstellen, an die Stadtverordneten der Stadt Darmstadt, sowie an die Zeitungen Darmstädter Echo, Arheilger Post, Bessunger Neue Nachrichten und Lokalanzeiger Eberstadt

Darmstadt, den 24.11.2010

Sehr geehrte Damen und Herren,

es sind gerade einmal acht Monate vergangen, seit der Magistrat der Stadt Darmstadt vorgeschlagen hat, den Bücherbus ab zu schaffen sowie die Bessunger und die Arheilger Stadtteilbibliothek zu schließen.

Nur auf Grund von Protesten der Darmstädter Bürger, unterstützt durch die Bürgerinitiative „Büchereien-bleiben“, wurde dieser Plan nicht in die Wirklichkeit umgesetzt.

Um trotzdem in diesem Bereich sparen zu können, sollen nun die Öffnungszeiten aller Stadtteilbibliotheken ab dem 1.1.2011 drastisch reduziert werden. Ganz konkret bedeutet das Folgendes:

In Arheilgen, Bessungen und Eberstadt sollen die Bibliotheken an jeweils einem Vor- und einem Nachmittag (an jeweils verschiedenen Wochentagen) geöffnet haben: vormittags 3 Stunden und nachmittags 4 Stunden. In Kranichstein soll die Bibliothek zwei Nachmittage á 4 Stunden geöffnet sein. Das entspricht im Mittel einer Reduzierung der Öffnungszeiten um die Hälfte! Das ganze wird im Presseservice der Stadt angepriesen als „neues Personaleinsatzkonzept“ welche eine „Optimierung der Öffnungszeiten ermöglicht“. Vor nicht allzu langer Zeit hat man 10 Euro Jahresgebühr eingeführt – die viele Menschen bereitwillig bezahlen. Eine sang- und klanglose Halbierung der Öffnungszeiten wird daher sicherlich nicht positiv aufgenommen.

Wir sehen noch Weiteres auf die Nutzer der Bibliotheken zukommen:

Am ersten Öffnungstag sind die Stadtteilbibliotheken bei den zur Zeit bestehenden Öffnungszeiten schon jetzt sehr stark besucht, so dass Menschen mit einem oder mehreren Kindern oder älteren Menschen (evtl. mit Gehilfen) keinen ruhigen und entspannenden Bibliotheksbesuch erleben können. Wenn dann bei „optimierten“ Öffnungszeiten die Besucher, die sonst an den anderen Tagen kommen, auch noch an diesem einen Nachmittag die Bibliothek nutzen werden, wird ein Bibliotheksbesuch unzumutbar. Dieser Zustand wird sicherlich eine große Anzahl Leser dazu bewegen, die Stadtbibliothek als Ganzes und nicht nur die Stadtteilbibliotheken nicht mehr zu nutzen.

Aber auch aus rein organisatorischen Gründen wird die Stadtbibliothek viele Leser verlieren. Wenn die Stadtteilbibliotheken tatsächlich nur noch an einem Nachmittag geöffnet haben werden, können viele jüngere Leser das Angebot nicht mehr nutzen. Weil eben genau auf diesen Nachmittag z.B. der Flöten-, Schwimm- oder Judokurs fällt, der Schultag sehr viel länger ist, die Eltern länger arbeiten und das Kind im Hort ist oder die Oma keine Zeit hat mit in die Bücherei zu gehen. Auf diese Weise würde wieder vielen Kindern der Zugang zum Lesen und damit zu Bildung versperrt.

Wer sich als Stadt kinderfreundlich, zukunftsorientiert und bildungspolitisch engagiert zeigen möchte, darf an solchen Einrichtungen keine Kürzungen vornehmen.

Der Weg, der jetzt aufgezeigt wird, wird auf eine schleichende Schließung der Stadtteilbüchereien hinauslaufen. Der Schritt von 7 Stunden pro Woche auf 0 Stunden ist nicht sehr groß, zumal sich bei so geringen Öffnungszeiten irgendwann die Kosten für die Räumlichkeiten der Bibliotheken nicht mehr rentieren und die Ausleihzahlen sich sicherlich drastisch reduzieren werden.

Wir bitten Sie eindringlichst: Investieren Sie in die Zukunft Darmstadts und in die Bildung der Kinder, ermöglichen Sie allen Bürgern Zugang zu unabhängigen Informationen, erleichtern Sie die Integration von fremdsprachigen Mitbürgern indem Sie die Öffnungszeiten der Stadtteilbibliotheken unverändert lassen!

Die Stadt Darmstadt muss sparen, darin sind wir uns einig. Aber wenn nun auch im Bereich der Bibliotheken Gelder gekürzt werden sollen, so lassen sich sicherlich kostengünstigere Modelle finden, um JEDE Stadtteilbücherei an drei Nachmittagen zu öffnen. Vorstellbar wäre z.B. der Einsatz von Schülern/Studenten/Ehrenamtlichen zum Verleih und zur Rücknahme der Bücher an den zusätzlichen Nachmittagen unter Anleitung von festangestelltem Personal. Auch die Möglichkeit eines Sponsoring durch eine oder mehrerer Darmstädter Firmen wäre denkbar, um dadurch weiteres Personal einzustellen.

Gerne sind wir bereit, uns mit den Verantwortlichen seitens der Bibliotheken und der Politik an einen Tisch zu setzen, um mögliche Alternativen zu diskutieren.

Denken Sie an die Bürger dieser Stadt und sprechen Sie uns an. Die Büchereien liegen uns sehr am Herzen und wir wollen die Menschen in den Stadtteilen, die uns unterstützen, nicht im Stich lassen.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. S. Albermann
C. Binder
A. Chalepoudi
C. Frank
S. Hinderlich
S. Sacher

Presseservice Stadt Darmstadt vom 01.11.2010
„Ab 1. Januar 2011 haben die Zweigstellen Arheilgen, Bessungen, Eberstadt und Kranichstein an zwei statt bisher an drei Tagen geöffnet. Der Bibliotheksbus fährt weiterhin alle Haltestellen mit dem gewohnten Fahrplan an. Unverändert bleiben die Öffnungszeiten der Hauptstelle im Justus-Liebig-Haus sowie der Einsatz des Bibliotheksbusses.“
Quelle: http://www.darmstadt.de/presseservice/einzelansicht/article/neues-personaleinsatzkonzept-ermoeglicht-optimierung-der-oeffnungszeiten-in-den-stadtteilbibliotheke/nocache/index.htm

Offener Brief des Grundstufenkollegiums der Mornewegschule

Wir möchten hier den Offenen Brief des Grundstufenkollegiums der Mornewegschule zum Herunterladen bereitstellen, denn er zeigt sehr schön, wie öffentliche Einrichtungen – Schulen und Bibliotheken – in den Lebensalltag von Kindern (und Jugendlichen) in einem Stadtteil integriert sind (Download hier). Vielen Dank an das Kollegium!

Vor dem Hintergrund dieses offenen Briefes möchten wir an dieser Stelle aus dem „Rahmenkonzept Schulsozialarbeit 16.02.2010″ zum Ausbau der Schulsozialarbeit in den Jahren 2010 bis 2013 aus der „10. Sitzung des Magistrats der Wissenschaftsstadt Darmstadt vom 24.03.2010“ zitieren:

Grundverständnis:
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt sieht in der Schulsozialarbeit gemäß § 13 SGB VIII eine wichtige präventive Kinder- und Jugendhilfeleistung, die kooperativ mit den beteiligten Akteuren, allen voran den Schulen, zum Wohle der Schulkinder in Darmstadt und deren Familien erbracht wird.
Kommunalpolitisches Ziel ist dabei die Verringerung von Armut und Ausgrenzung durch Herstellung von Bildungsgerechtigkeit. Diese ist notwendig, um die sozialstaatlichen Leitideen von Sozialer Gerechtigkeit und Chancengleichheit auf kommunaler Ebene verwirklichen zu können.
In Zeiten von Individualisierung und Pluralisierung von Lebensverläufen wird eine gelingende Bildungsbiografie zum Schlüssel für eine eigenverantwortliche Lebensgestaltung. Schule als Institution und Ort für Bildung kommt in diesem Prozess eine besondere Bedeutung zu.

 
Quelle: Siehe in den Anlagen zur Vorlage: „Rahmenkonzept Schulsozialarbeit 16.02.2010″ (Hervorhebungen im Text durch uns)

 

All diese Bemühungen dienen dazu, die Leitnorm der Kinder- und Jugendhilfe umzusetzen:
Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit“ (§ 1 SGB VIII).

Dazu können wir nur sagen „Lesen bildet…„.